Stromanbieter und Strommarkt

In Deutschland unterscheidet man die unterschiedlichen Stromanbieter grundsätzlich zunächst nach deren Einsatzgebiet. Es gibt regionale und überregionale Stromanbieter. Durch die Öffnung des Strommarktes kann theoretisch jedes Unternehmen in der gesamten Bundesrepublik seinen Strom verkaufen. Der Endverbraucher ist nicht mehr an einen lokalen Stromanbieter gebunden, sondern hat die Wahl zwischen mehreren Unternehmen, die nun in seiner Region Strom anbieten.

In Deutschland gibt es mittlerweile ca. 900 Stromanbieter, von denen sich wiederum vier Konzerne als die “großen Energieversorger” abheben. Diese vier Unternehmen sind E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW. Zum Teil haben die kleineren Unternehmen nicht genügend Kapazitäten, um stets den Bedarf ihrer Kundschaft zu decken, weshalb sie sich dann an einen der vier großen Energieversorger wenden müssen, um dort selbst Strom zu kaufen. Die großen Energieversorger beherrschen etwa 80 Prozent des bundesdeutschen Strommarktes. Zusammengeschlossen sind sie miteinander und anderen energiewirtschaftlichen Unternehmen in dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft.

Wettbewerb

Mit der Liberalisierung des deutschen Strommarktes entbrannte auch hier ein Wettstreit der Stromanbieter um die Gunst der Kunden. Die einzelnen Unternehmen versuchen sich gegenseitig durch attraktivere Angebote zu übertrumpfen. Mit der deutlich gestiegenen Anzahl an Stromversorgern vergrößerte sich auch die Vielfalt an Stromangeboten. Zum Teil werden günstigere Tarife angeboten, aber auch vorteilhaftere Vertragsbedingungen sollen die Endverbraucher locken. Die Marktöffnung sollte diesen Wettbewerb und damit eine Preissenkung für die Endverbraucher bewirken. Bekanntlich steigen die Strompreise dennoch stetig, aber ein Vergleich der einzelnen Stromanbieter zeigt trotzdem beachtliche Preisunterschiede. Wer hier also regelmäßig einen Stromvergleich durchführt und gegebenenfalls wechselt, der kann jährlich mehrere hundert Euro sparen. Feste Preise für Kilowattstunden lassen sich in diesem Fall sehr schnell vergleichen, während man bei den Vertragskonditionen auf Details achten sollte.

Einige Energieversorger führen Tarife im Angebot, bei denen elektrischer Strom für einen bestimmten Zeitraum vorab bezahlt werden muss. Solche Tarife mit Vorauskasse sind mitunter recht günstig. Abgerechnet wird dabei am Ende des festgelegten Zeitraumes noch einmal, wie viel Strom dann auch wirklich verbraucht wurde. Bei solchen Tarifen und Strompaketen kann der Kunde meist günstiger wegkommen, als bei monatlichen Preisen. Dies hängt im Endeffekt dann aber mit dessen Gesamtverbrauch zusammen. Ein größerer Verbrauch bringt eine größere Ersparnis. Wer sich nicht sicher ist, ob der eigene Stromverbrauch eine wirklich lukrative Ersparnis bringt, der sollte sich einen anderen Stromanbieter aussuchen. Auch bei Unternehmen, die monatliche Abschläge in Rechnung stellen, ist die Auswahl beträchtlich gestiegen, so dass der Wettbewerb hier ebenfalls zu einer Kostenverringerung führen kann, sofern man sich das Unternehmen mit dem günstigsten Tarif aussucht.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, kurz BDEW, ist ein eingetragener Verein. Es handelt sich um einen Zusammenschluss von vier großen Verbänden der Energiewirtschaft. Per Beschluss vom 19. Juni 2007 konstituierten sich die vier Verbände BGW (Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft), VRE (Verband der Verbundunternehmen und Regionalen Energieversorger in Deutschland), VDN (Verband der Netzbetreiber) und VDEW (Verband der Elektrizitätswirtschaft). Dieser Großverband ist laut eigenen Angaben die Vertretung von etwa 1800 Unternehmen, welche den Großteil der deutschen Energiewirtschaft insgesamt ausmachen. Er repräsentiert somit ca. 60 Prozent des Nah- und Fernwärmeabsatzes, 90 Prozent des Erdgasabsatzes, 80 Prozent der Förderung von Trinkwasser, 60 Prozent der Entsorgung von Abwasser und nicht zuletzt 90 Prozent des Stromabsatzes. Die Entscheidungen dieses Verbandes sind also maßgeblich für den innerdeutschen Strommarkt.

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