Seit der Liberalisierung des Strommarktes stehen dem Verbraucher zahlreiche Möglichkeiten offen, und die Vielzahl der Stromanbieter verunsichert so manchen Wechselkandidaten. Abschrecken lassen sollte man sich davon aber nicht – denn bei manchem neuen Anbieter kann man viel Geld sparen.
Rund 900 Stromversorger gibt es neben den vier großen überregionalen Anbietern. Und es kommen immer wieder neue hinzu – für den Stromkunden hat das Vor- und Nachteile. Denn natürlich sind die Anbieter durch den steigenden Konkurrenzdruck gezwungen, günstige Offerten zu machen. Andererseits gilt es das beste Angebot auf dem unübersichtlichen Markt erst einmal zu finden.
Strom von Banken, Versicherungen und beim Discounter
Nur die wenigsten Stromanbieter verfügen über größere Kraftwerkkapazitäten. Die meisten kaufen den Strom an der Börse oder bei den “großen Vier”, E.ON, Vattenfall, RWE oder EnBW. Dadurch sind sie einerseits an Preisvorgaben gebunden, können aber auch kurzfristig günstig gehandelte Strommengen einkaufen. Unter den Händlern tummeln sich inzwischen viele bekannte Namen, deren Geschäftsbereich eigentlich ein anderer ist. So haben Banken, Post, Discounter und Versicherungen inzwischen nicht selten auch Strom im Programm, um mit diesem zusätzlichen Angebot die Kunden zu binden. So betätigt sich seit kurzem die Provinzial Rheinland als erster deutscher Versicherer auf dem Markt. Und wie bei den meisten Neueinsteigern lockt auch sie Kunden mit günstigen Tarifen. Die gelten allerdings in diesem Fall nur für Verbraucher, die auch bei den Rheinländern versichert sind oder planen dies zu tun. Solche Bedingungen sind bei zunächst verlockenden Angeboten häufiger zu finden – ein genauer Blick lohnt sich deshalb immer.
Der Wechsel des Stromanbieters wird immer selbstverständlicher
Sich öfter mal einen neuen Stromversorger zu suchen, wird für Kunden immer selbstverständlicher: Seit der Liberalisierung des Marktes haben rund 25 Prozent der Verbraucher schon gewechselt, rund 53 Prozent denken derzeit zumindest gelegentlich darüber nach. Bei so viel Bewegung auf dem Markt ist Orientierung gefragt: Ein gute Hilfe, um den richtigen Lieferanten für die eigenen vier Wände zu finden, sind Portale zum Stromvergleich im Internet.
Vergleichsportale schaffen Übersicht
Auf solchen Webseiten dient meist ein einfach gestaltetes Formular für die Erfassung der wichtigsten Daten bei der Suche. Eingegeben werden dabei der Verbrauch pro Jahr und die Postleitzahl, um die Tarife vor Ort zu berücksichtigen. Persönliche Angaben müssen nicht gemacht werden. Wer konkrete Vorstellungen hat, so etwa Tarife mit Preisgarantie oder Ökostromanbieter sucht, kann auch das bei der Suche, meist über “erweiterte Einstellungen”, definieren. Sollen die Tarife der aktuellen Anbieter einem Vergleich unterzogen werden, kann man auch das herausfiltern. Auf einen Klick werden dann die günstigsten Ergebnisse ausgespuckt. Die Höhe der Preisunterschiede ist oft durchaus überraschend. Überzeugen die möglichen Einsparungen unmittelbar, kann man entweder direkt wechseln oder zunächst einmal die Unterlagen der Versorger anfordern.
Das erste Jahr ist oft besonders günstig
Bei einem Wechsel zu beachten ist aber nicht nur der Tarifpreis: Auch ein eventueller Freibetrag über Kilowattstunden oder ein Bonusbetrag für Neukunden kann ein Angebot zusätzlich attraktiv machen. Ebenso relevant ist, ob die Zahlung durch jährliche Abschlagszahlungen geleistet wird und für welchen Zeitraum eine Preisgarantie existiert. Meist sind solche Rabatte aber schon bei den Kalkulationen der Vergleichsportale verrechnet. Zu bedenken ist aber stets, dass die Abzüge fast immer nur für das erste Jahr gelten. Was für eine Summe sich für das nächste Jahr ergibt, sollte man deshalb ruhig auch einmal durchrechnen.
Wechseln leicht gemacht
Hat man den richtigen Versorger gefunden, geht alles ganz einfach: Einen Wechselantrag auf den Vergleichsportalen kann man gleich online ausfüllen. Die persönlichen Daten, die man bei einer solchen Anmeldung eingibt, werden übrigens verschlüsselt übertragen und sind absolut sicher. Ansonsten funktioniert es ebenso über den Postweg. Alternativ kann man sich auf die Internetseite des neuen Anbieters begeben – auch hier findet man schnell die nötigen Wechselanträge.
Ist das erledigt, kann man sich getrost wieder anderen Dingen des Lebens zuwenden – denn um alles Weitere, so auch um die Kündigung beim bisherigen Stromlieferanten, kümmert sich der neue Anbieter.